Alles. Nur nicht nachdenken.
Donnerstag, Dezember 16, 2010 at 2:37 PM Wo bei anderen die Bibel liegt, liegt bei mir Steve Krug's "Don't make me think". Krug schreibt ohne verwirrende Fachbegriffe über Web-Usability, in einer einfachen und entwaffnenden Sprache.
Trotz Ersterscheinung vor 10 Jahren, kann man auch heute noch viel dazulernen, auch wenn man sich bei der Lektüre immer wieder sagt: ach ja, ist ja logisch. Bei jedem größeren Launch (oder Relaunch) sollte man im Laufe des Entwicklungsprozesses einen Schritt zurück machen und Krugs Buch in die Hand nehmen - und das noch bevor man die ersten Usability-Tests mit Usern fährt.
Krugs Buch ist und bleibt das Fundament für jeden Weg-Designer, Product-Manager und vor allem auch für Entwickler.
Nun ist aber in den letzten 10 Jahren viel passiert, das Internet ist sozial geworden und das Verhalten des Nutzers hat sich extrem verändert. Zeit, weitere psychologische Aspekte in die Planungsarbeit, oder das "Wireframing" zu investieren. Gute Ansätze dafür liefern die "7 Persuasion Triggers of Web Design".
Ganz im Geiste von Steve Krug, hat David Travis, Spezialist für User Experience, 7 psychologische Faktoren identifiziert, die den Nutzer dazu verführen bestimmte Handlungen auf der Webseite durchzuführen.
Travis beschreibt in seinem Artikel wie "Verführungsarchitekten" 7 psychologische Faktoren gezielt einsetzen können, um bestimmte Ziele zu erreichen. Bei einem der Faktoren geht es beispielsweise um das Prinzip des "sich-erkenntlich-zeigens". So könnte ein Unternehmen ein kostenloses E-Book, einen Klingelton fürs Handy, den HD-Download eines Filmes oder sonst etwas auf der eigenen Homepage verschenken. Als Gegenleistung bittet man den Nutzer darum sich an einen RSS-Feed zu abonnieren, die Newsletter zu bestellen oder Fan auf den Facebook-Seiten des Unternehmens zu werden. Wichtig dabei: freundlich und gezielt die Nutzer darum bitten. Gute "Microcopy" ist hier Gold wert.
Gar einige der 7 Faktoren können als wichtige Bausteine für das Thema "Social Commerce" verwendet werden: Die Bekenntnis zu einer Marke oder einem Produkt und die "soziale Beweisführung" sind wichtige psychologische Faktoren um erfolgreichere Online-Shops mit Einbindung von Social Media zu produzieren.
Den Unterbau fur die Einbeziehung deer 7 psychologischen Einflussfaktoren liefert jedoch immer noch Krug's Buch "Don't make me think". Den Nutzer nur nicht nachdenken lassen müssen, das bleibt der wesentliche Erfolgsfaktor - und die größte Herausforderung. Denn wie schon Krug gesagt hat: "Designing, building, and maintaining a great web site isn't easy. It's like golf: a handful of ways to get the ball in the hole, a million ways not to. Anyone who gets it half right has my admiration."
Thomas Mur |
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